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Wilhelm II.Die letzten Tage des deutschen Kaiserreichs

Ein Film von Christoph Weinert
09-01-2007 / 23:00-23:45 Uhr auf NDR
 

Kaiser Wilhelm II., die Macht- und Sinnfigur einer ganzen Epoche, entschloss sich in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1918 zur Flucht vom belgischen Spa nach Holland. Mit seinem ruhmlosen Abgang verschwand auch das Deutsche Kaiserreich und in ganz Deutschland die Institution der Monarchie. Doch wie konnte es dazu kommen?

Als im Sommer 1913 Berlin mit Glanz und Gloria das 25-jährige Thronjubiläum Wilhelm II. feierte, schien die deutsche Monarchie als Staatsform auf dem Höhepunkt zu sein. Man war kaisertreu und beeindruckt vom pompösen kaiserlichen Zeremoniell. Wilhelm II. gab sich als glanzvoller Monarch. „Wäre Wilhelm II. 1913 gestorben, wäre er als Friedenskaiser in die Geschichte eingegangen,“ so der Berliner Historiker Wilfried Rogasch. Die Geschichte aber nahm einen anderen Lauf. Nach dem verlorenen Weltkrieg 1918 war Wilhelm II. als deutscher Kaiser nicht mehr zu halten. In Berlin hatte die Kaiserdebatte begonnen. Statt sich dieser jedoch zu stellen, reiste der Kaiser Ende September 1918 in das von Deutschland besetzte belgische Spa. Im dortigen Sitz des deutschen Hauptquartiers verbrachte er die letzten Tage und Stunden als Deutscher Kaiser, bevor er am 9. November zur Abdankung gezwungen wurde.

Die Dokumentation zeigt seltene historische Filmaufnahmen, die zum Teil in Farbe gedreht wurden. An Hand dieses Archivmaterials und neu inszenierter Spielszenen rekonstruiert Christoph Weinert minutiös das dramatische, in der breiten Öffentlichkeit nahezu unbekannte Ende des Deutschen Kaiserreichs.