Royalty

Hurra für die Königin -Margrethe II. von Dänemark wird 70

Ein Film von Rolf Seelmann-Eggebert
14-04-2010 / 23:30-0:15 Uhr auf DasErste
 

„Wenn sie nicht unsere Königin geworden wäre“, sagen die Dänen, „hätte sie sich bestimmt als Künstlerin durchs Leben geschlagen.“ Tatsächlich ist Margrethe II., die am 16. April ihren 70. Geburtstag feiert, eine geschätzte Landschaftsmalerin, Buchillustratorin, Bühnen- und Kostümbildnerin. Zusammen mit ihrem Mann, Prinzgemahl Henrik, einem gebürtigen Franzosen, hat sie Bücher ins Dänische übersetzt. Dass sie sich aus dem goldenen Käfig herauswagt und sich auf Feldern zu bewähren versucht, wo der Wettbewerb groß ist und keine royalen Privilegien gelten, das gefällt den Dänen. Auch ihre kleinen Marotten, wie z. B. das Rauchen in der Öffentlichkeit oder ihre Vorliebe für hohe Absätze auf gefährlichem Kopfsteinpflaster machen die Königin eher populär im Land.

Größere Skandale hat das dänische Königshaus bisher zu umschiffen verstanden. Zwar hat sich Prinz Joachim, der jüngere Bruder des Thronfolgers, von seiner ersten Frau scheiden lassen und mittlerweile wieder geheiratet. Das war für Königin Margrethe eine schwierige Zeit. Aber Joachim und Marie geben sich heute große Mühe, den Dänen eine gut funktionierende Patchwork-Familie vorzuleben, in der jeder auf seine Kosten kommt, egal, ob der dem Königshaus zuzurechnen ist oder nicht.

Im Hinblick auf den 70. Geburtstag sind jetzt Spekulationen laut geworden, die Königin könne den Anlass nutzen und zu Gunsten von Kronprinz Frederik abdanken. „Vom Instrument der Abdankung machen in der Regel nur die Niederlande, Luxemburg und Liechtenstein Gebrauch“, sagt Rolf Seelmann.-Eggebert, Adelsexperte der ARD und Auto der Sendung. „Dänemark hat keine Tradition dieser Art. Und auch mit dem Selbstverständnis von Margrethe II. scheint mir ein solcher Schritt unvereinbar. Als Königin erfüllt man seine Pflicht bis zum letzten Atemzug.“