Royalty

„Lucky George“ – Hannovers Kurfürst auf Englands Thron

Im Auftrag des NDR
30-05-2014 / 20:15-21:15 Uhr auf NDR
Gefördert mit Mitteln der nordmedia - Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH
 
König Georg 1.

König Georg I

Das Jahr 2014 ist für die deutsche und die britische Geschichte von großer Bedeutung. Denn es ist dann 300 Jahre her, dass Hannovers Kurfürsten den Thron in London übernahmen. Ohne die Regentschaft der fünf hannoverschen Könige und der Königin Victoria, die 187 Jahre lang die Geschicke Großbritanniens und des Empire bestimmten, wäre das Vereinigte Königreich in seiner heutigen Erscheinungsform gar nicht vorstellbar.

Zum historischen Hintergrund: Durch den Act of Settlement von 1701 wurde für die englische und schottische Krone die protestantische Thronfolge festgelegt. Da alle Kinder der damals herrschenden Queen Anne starben, bevor sie das Erwachsenenalter erreichten, wurde Kurfürstin Sophia von Hannover zur Thronerbin bestimmt, eine Enkelin des Stuart Königs James I. Als Queen Anne 1714 starb, war auch Sophia schon tot, so dass deren Sohn Kurfürst Georg Ludwig als König Georg I. in Westminster gekrönt wurde.

Seine Freunde nannten ihn den „glücklichen Georg“. Denn wenn man einmal absieht von seinem Privatleben, in dem er seine Frau auf Lebenszeit nach Ahlden verbannt hat – ohne die Möglichkeit, ihren Mann und die Kinder je wiederzusehen – erlebte Georg einen nie geahnten Aufstieg. Vom Vater erbte er den frisch erworbenen Kurfürstenhut, von der Mutter bald darauf den Anspruch auf den britischen Thron.

In der Folgezeit stellte das Haus Hannover fünf Könige, die Hannover und Großbritannien in Personalunion regierten. Als die Krone 1837 auf Königin Victoria überging, erlosch die Union nach 123 Jahren, weil die hannoversche Thronfolge keine Frauen vorsah. König in Hannover wurde ein Onkel Victorias. Nach dem Tode Victorias 1901 nahm das britische Königshaus den Namen ihres Prinzgemahls an: Sachsen-Coburg-Gotha.